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24.04.10 - Tschernobylgroßdemo in Ahaus

Anläßlich des Tschernobyl-Jahrestages und im Vorfeld der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen (NRW) findet am 24. April 2010 im westfälischen Ahaus eine landesweite Anti-Atomkraft-Demonstration statt. Sie richtet sich gegen das Atommüll-Lager in Ahaus, gegen die benachbarte Urananreicherungsanlage in Gronau, gegen alle Atomanlagen in NRW und anderswo. Und gegen alle Atomtransporte, und davon gibt es in NRW jede Menge! 
Weitere Großaktionen gegen die Atomindustrie gibt es am 24.4. auch in Nord- und Süddeutschland.

Auftaktkundgebung: 12.30 Uhr, Bahnhof Ahaus

Am 26. April 1986 kam es im ukrainischen Tschernobyl zum Super GAU. Noch heute leiden Millionen Menschen unter den Folgen! Doch in Deutschland fordern die Atomkonzerne zusammen mit SchwarzGelb Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke. EON (Düsseldorf) und RWE (Essen) wollen im Ausland neue Atomkraftwerke und in NRW klimaschädliche Kohlekraftwerke bauen. Sie blockieren damit den dringend notwendigen Umstieg auf Erneuerbare Energien – mit Unterstützung der NRW Landesregierung. Deshalb rufen wir für den 24. April in Ahaus zu einer starken Atomausstiegs- und Energiewendedemo für NRW auf. Gleichzeitig finden in Biblis, Krümmel und Brunsbüttel Großdemos und eine Menschenkette statt.

NRW ist ein Zentrum der Atomenergie und von den Gefahren massiv betroffen:

1.
Ahaus: Für das Zwischenlager sind hunderte Atommülltransporte genehmigt, „im Durchschnitt 2x pro Woche"!! Ab 2011 sollen 152 Castoren mit hochradioaktivem Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich anrollen – doch Atommüllverschiebung ist keine Entsorgung!

2.
Gronau: Die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage wird trotz des Strahlenunfalls im Januar weiter ausgebaut, ab 2011 soll ein riesiges Zwischenlager für 60 000 TonnenUranoxid gebaut werden.

3. In
Duisburg Wanheim will die EON und RWE Tochter GNS weiter Atommüll aus deutschenAKW konditionieren und über Ahaus nach Schacht Konrad verschieben.
In
Jülich, Hamm und Würgassen sorgen die atomaren Altlasten für riesige Probleme.

4. Knapp hinter den Landesgrenzen sollen die
AKW Lingen (RWE) und Grohnde (EON) fast unbegrenzt weiterlaufen. Die niederländische Urananreicherungsanlage Almelo wird drastisch ausgebaut.
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Wir sagen entschieden Nein zur „Renaissance der Atomenergie“!
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Wir fordern den sofortigen Atomausstieg!
- Keine weiteren Uran, Brennelemente und Atommülltransporte!
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Auflösung der großen, demokratiegefährdenden Energiekonzerne!
- Für eine klimafreundliche Energiepolitik !

Atomausstieg jetzt – Vorfahrt für Erneuerbare Energien!

Das atomar/fossile Imperium und der Widerstand

Die Atomenergie wurde seit den 1950er Jahren global mit rund 1.000 Mrd. US Dollar gefördert. Keine andere Energieart hat eine so hohe staatliche Förderung erhalten. Eine gigantische Subventionierung! Die EU fördern die Atomenergie seit 1957 über den Gründungsvertrag EURATOM massiv in Milliardenhöhe über den gesamten EU Haushalt. Die EU haben nach den uns zugänglichen Zahlen die Atomforschung von 1994 bis 2006 mit 3,7 Milliarden Euro gefördert. Dazu kommt die aktuelle Atomforschungsdekade 2007 bis 2013 mit rund 3,1 Milliarden Euro. Der EURATOM Vertrag hat die Atomwirtschaft seit 1957 mit rund 400 Milliarden Euro öffentlichen Steuermitteln unterstützt.

Die IEA (International Atom Agency) schlägt in einem Gutachten für die G8 Staaten im Juni 2008 in Japan den Bau von 1.400 neuen AKW vor und rechnet mit notwendigen Investitionen in Höhe von 45 Billionen US Dollar, um den Klimawandel noch stoppen zu können. 

Sie wollen nicht nur den Profit – sie wollen die Macht!
1956 konstituierte sich unter dem Vorsitz von Strauß die Deutsche Atomkommission, die später in das Deutsche Atomforum überging und die bei weitem einflußreichste Pro- Atom-Lobbyorganisation ist. Zu den Gründungsmitgliedern zählten etliche Männer, die bereits während der Nazidiktatur hohe Ämter bekleidet hatten. Unter anderem waren dies:
Hermann Abs (Deutsche Bank, vorher Wehrwirtschaftsführer) Hans Boden (AEG, vorher Beauftragter für Wirtschaftsfragen in Ungarn) Hermann Reusch (Gutehoffnungshütte, vorher Generalbevollmächtigter für Wirtschaftsfragen im besetzten Jugoslawien) Karl Winnacker (Höchst, vorher im Vorstand der IG Farben) Otto von Bismarck (vorher Gesandter Nazi-Deutschlands in Rom) Heinrich Röhrs (Howaldtswerke, vorher ranghohes SS-Mitglied). Das in dieser Tradition und der Option auf die Atombombe entstandene Denken beherrscht immer noch die Debatte in der Energiewirtschaft. Die Verzahnung der 4 Energiemonopolisten und der Politik hat sich nicht geändert. 

Gartzweiler – Moorburg – Bochum, Hauptsache die Kohle stimmt!

Vor diesem Hintergrund ist auch die aktuelle Kohledebatte und die Planung und der Bau von 30 Kohlekraftwerken in der BRD zu sehen. Die drohende Dezentralisierung der Energieproduktion durch erneuerbare ökologische Kraftwerke soll um jeden Preis und ohne Rücksicht auf Erderwärmung und Weltklima verhindert werden.

Das Anti-Atom-Plenum Bochum hat eine neue Adresse:

Anti-Atom-Plenum Bochum
c/o Soziales Zentrum

Josephstr. 2
44791 Bochum

FAX: 0234 9230931
Mail: info@akw-nee.de

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Atomkraftwerke als saubere Alternative zur Energieerzeugung?

Die Atommüllspirale beginnt mit der weiträumigen Verseuchung beim Abbau des Uranerzes in Afrika oder auf indigenem Land in Kanada und Australien. Auch in Deutschland lassen sich die katastrophalen Folgen des Uranabbaus erkennen. In Thüringen und Sachsen, wo zu DDR Zeiten Uran gefördert wurde sind riesige Areale verseucht und ca. 7000 Beschäftigte an durch Radongas ausgelösten Lungenkrebs erkrankt oder gestorben. Das bei der Unranförderung frei werdende Radon schädigt darüber hinaus die Erdatmosphäre genau wie CO2. Eine Umweltbilanz die alle Faktoren bei der Produktion von Atomstrom berücksichtigt, inkl. den immensen Energieverbrauch der für Förderung, Transport, Produktion von Brennelementen und Entsorgung notwendig ist, kommt zu niederschmetternden Ergebnissen für diese Art der Energieerzeugung.

Die erste Weiterverarbeitung in Deutschland geschieht in der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau.

Uran als Brennstoff und Waffe
In Gronau offenbart sich nicht nur die Lüge vom Atomausstieg, sondern gleichfalls die dumpfe Phrase von der ?friedlichen Nutzung der Kernenergie?.
In Gronau entsteht bei der Urananreicherung nämlich quasi als Abfallprodukt abgereichertes Uran. Von diesem Stoff wurden etwa 350 Tonnen als
Uranmunition während des Golfkriegs 1991 gegen den Irak eingesetzt, die Radioaktivität stieg in den betroffenen Gebieten auf das bis zu 84-fache (gegenüber ?normal?) und die Zahl der schwer fehlgebildeten Neugeborenen verhundertfachte sich. 1999 schoss die NATO, also auch die Bundeswehr unter Rosa-Olivgrün in 100 Angriffsflügen mit A-10-Flugzeugen rund 31.000. Geschosse mit insgesamt 10 Tonnen abgereichertem Uran auf Jugoslawien ab. Dieses Land wurde übrigens zum 3. Mal in diesem Jahrhundert (1914-1998) von deutschen Armeen angegriffen. Die Partei der Grünen hatte an diesen radioaktiven Uranbomben lediglich auszusetzen, dass ja deutsche Soldaten gesundheitlich geschädigt werden könnten.

Atomare Erstschlagsstrategien werden offen diskutiert und der Einsatz von sogenannten Mininukes für zukünftige Kriege in die militärische Planung ernsthaft mit einbezogen.

Aktuelle Untersuchungen in der Umgebung des Atomkraftwerkes Krümel zu den dort gehäuft auftretenden Leukämiefällen besonders bei Kindern deuten darauf hin, dass hier Versuche mit diesen Miniatombomben gemacht wurden und es dabei zu einer nicht geplanten Explosion kam.

Vom Castor zur Bombe
Der deutsche Atommüll wird in den Plutoniumfabriken "Wiederaufarbeitungsanlagen" in Sellafield(GB) oder La Hague(F) verarbeitet. Das dabei anfallende Bomben - Plutonium war in den 50er und 60er Jahren der einzige Grund, die Atomtechnik durch massive staatliche Subventionen überhaupt erst zu ermöglichen. Der Vorgänger des Kandidaten, Rechtsextremist F.J. Strauß war einer der führenden Protagonisten des bundesdeutschen Atomprogramms.

Der im November anstehende Castortransport nach Gorleben wird auch dieses Jahr wieder Schwerpunkt der Proteste dieser Politik vom Versprechen zum Verbrechen entgegenzutreten!

Relevante Links:

http://www.castor.de

 

http://de.indymedia.org/

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